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E-Sport in SH: Neue Förderung ist da

Es war ein Wagnis, als das Land SH im April 2019 verkündete, staatliche Steuergelder für den E-Sport ausgeben zu wollen. Schließlich fremdelte die breite Öffentlichkeit mit dem neuen Elektrosport, dessen Einfluss auf die Gesellschaft noch weitgehend unerforscht war. Allerdings wurde der Mut belohnt: Die Fördergelder für 2019 wurden restlos abgerufen, weshalb es bereits eine neue E-Sport-Förderung in SH gibt.

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Dass die Verantwortlichen in SH den Fokus ihrer politischen Agenda auf die Themen Digitalisierung und E-Sport richteten, war ein kluger Schritt. Denn speziell der E-Sport bietet dem Land die Chance, seine verheißungsvolle Entwicklung mitzugestalten und hieran zu partizipieren. Die Startbedingungen des ansonsten strukturschwächeren SH sind im bundesweiten Vergleich aussichtsreich gewesen und Digitalisierung und E-Sport passen gut zu einem kleinen Bundesland, das als moderner und dynamischer Standort wahrgenommen werden möchte.

Die positive Entwicklung, die der E-Sport in den vergangenen 2 Jahren in SH genommen hat, war nicht von Anfang an absehbar – insbesondere um die gesellschaftliche und sportpolitische Akzeptanz wird nach wie vor gerungen. Umso mutiger war die richtungsweisende Entscheidung, den E-Sport mit staatlichen Steuergeldern zu fördern. Neben der Errichtung des LEZ.SH wurde im April 2019 eine E-Sport-Förderrichtlinie erlassen, wonach E-Sport-Projekte in SH mit insgesamt 500.000 € subventioniert werden konnten (Quelle).

Förderrichtlinie 2019 war ein voller Erfolg!

Nach der E-Sport-Förderrichtlinie 2019 konnten die Gelder u. a. von Gemeinden, Sport- und E-Sportvereinen sowie anerkannten Digitalen Knotenpunkten beantragt werden. Gefördert wurden beispielsweise die Einrichtung von Trainingsräumen mitsamt technischer Infrastruktur, die Ausrichtung von Meisterschaften und Infoveranstaltungen.

Die Gesamtfördersumme in Höhe von 500.000 € waren bereits Ende 2019 komplett vergeben bzw. zur Auszahlung in Aussicht gestellt. Primus unter den Geförderten war die Landeshauptstadt Kiel mit ca. 190.000 € für den Aufbau des LEZ.SH. Knapp 94.000 € erhielt der TSV Neudorf-Bornstein für die Einrichtung eines E-Sport-Houses. Für den Kauf mobilen Inventars gingen ca. 58.000 € an den Kreisjugendring Stormarn und für den Aufbau ihres E-Sport-Zentrums wurden ca. 48.000 € an e-Sports Nord in Flensburg überwiesen (Quelle).

Insgesamt wurden 21 E-Sport-Projekte von 17 unterschiedlichen Antragstellern bewilligt. Das zeigt, dass die E-Sport-Förderrichtlinie von den Vereinen und Akteuren des E-Sports im Land angenommen wurde. Die Förderrichtlinie 2019 war ein voller Erfolg.

Die neue Förderrichtlinie 2020

Die nach der neuen Förderrichtlinie zu subventionierenden E-Sport-Projekte sind nahezu identisch mit denen der Vorgängerversion. Insgesamt liest sich die Förderrichtlinie 2020 aber anwendungsfreundlicher, was insbesondere an der Möglichkeit liegt, eigene handwerkliche oder sonstige Dienste anstatt von Kapital als Eigenleistung in die Realisierung des Projekts einfließen zu lassen. Zudem sind die Anforderungen ein wenig abgespeckt worden.

Der leere E-Sport-Topf ist mit 100.000 € neu befüllt worden. Das bedeutet, dass Organisationen, Vereine, Verbände und andere E-Sport-Akteure in SH, die keine vorrangig kommerziellen E-Sport-Projekte auf die Beine stellen wollen, sich bis zum Ende 2020 um die Fördergelder bewerben können. Weitere Informationen zur Förderrichtlinie 2020 sind auf der Webseite des Innenministeriums SH zu finden (Quelle).

Fazit

Die Förderrichtlinie 2020 ist Beleg dafür, dass in SH eine große Nachfrage nach E-Sport besteht und dass die E-Sport-Infrastrukturen im Land weiter wachsen. Die Verantwortlichen bringen mit der neuen Förderrichtlinie auch zum Ausdruck, dass sie E-Sport nicht als kurzweiligen Trend betrachten, sondern als Chance für den Digitalisierungs- und E-Sport-Standort SH. Um allerdings bundesweit eine Hochburg des E-Sports zu werden – ähnlich wie Berlin und NRW für Start-ups – ist noch ein weiter Weg zu gehen.

Diesen Weg können E-Sport-Akteure und das Land nur gemeinsamen gehen. Den Akteuren kommt dabei die Aufgabe zu, die Strukturen im E-Sport weiter auf- und auszubauen und für eine gesellschaftliche Verankerung zu sorgen. Letzteres steht auch auf der To-do-Liste des Landes, genauso wie etwa ein landesweiter Glasfaserausbau und steuerliche Anreize für Akteure. Digitalisierung und E-Sport passen einfach zu SH.

Dr. Oliver Daum, Rechtsanwalt (Kiel)
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